Willkommen bei   Miri´s Hundeschule
 


16.12.2025

Ein Welpe soll es sein

Die Auswahl
Leider muss ich immer wieder feststellen, dass sich angehende Hundebesitzer keine Gedanken machen, was für einen Hund sie sich ins Heim holen. Meist geht es nur nach der Optik. Da wird dann der ambitionierte Jagdhund in eine 2 Zimmer-Wohnung ohne Aufgabe genommen oder der Hütehund in eine mehrköpfige Familie. Dies kann alles funktionieren, wenn sich die zukünftigen Besitzer darüber im Klaren sind, was sie sich ins Haus holen.

Aufgabe auswählen
Hunde müssen eine Aufgabe haben. Sie wollen gefordert und gefördert werden. Nicht 24 Stunden am Tag - aber ganz ohne geht es auch nicht. Sie brauchen Aufgaben, die ihrer Rasse entsprechen und auch Spaß machen. Es bringt nichts, wenn Herrchen oder Frauchen gerne Mantrailing machen möchte, der Hund hat aber daran keinen Spaß. Und ja, so was gibt es, dass Hunde keinen Spaß an bestimmen Aufgaben/Sport haben. Hier hilft es immer etwas danach zu sehen, wofür die Rasse ursprünglich verwendet wurde. Wenn man sich einen Mischling ins Haus holt, ist auch hier wichtig zu wissen, was steckt in ihm. Aufschluss kann hier Körpergröße, Rutenform, Körperbau und charakterliche Eigenschaften geben. Falls du hier unsicher bist, kannst du einen Gentest machen oder mal bei deiner Hundeschule vorbeischauen, diese können oft schon eine Richtung benennen.

Der schaut so süß – sollte bitte niemals ein Kaufgrund sein. Gute Hundeschule bieten eine Vorberatung an. Nutzt diese! Unter anderem muss der künftige Besitzer sich die nachstehenden Gedanken machen:
• Wie groß soll der Hund sein
• Was für ein Platzbedarf allgemein kann ich ihm bieten/ wie groß ist dein Zuhause
• Wieviel Zeit kann ich für ihn pro Tag aufbringen
• Kann er mit ins Büro/ Arbeitsstelle, falls nein wohin dann
• Was für Aufgaben hatte er ursprünglich – ein Jagdhund/-mix wird oft jagen, Hütehunde /-mix wollen hüten etc.
• Was passiert mit ihm wenn ihr krank seid oder in Urlaub möchtet

Auch sollte das Thema Kinder bedacht werden. Viele stellen es sich wunderschön vor, einen Welpen zusammen mit seinem Kind großzuziehen. Das kann gut funktionieren, aber bitte bedenkt, dass die Hunde schneller erwachsen werden als eure Kinder. Die Hunde kommen schnell in die Pubertät. Da ist euer Nachwuchs dann erst dabei sauber zu werden. Die doppelte Aufgabe, die man sich hier selbst stellt, ist nicht zu verachten. Junghund erziehen und eigenen Nachwuchs stillen etc. ist gar nicht so einfach.

Der Einzug:
Ich empfehle dringend aus eigener Erfahrung 14 Tage Urlaub mindestens einzuplanen. Holt euren Welpen Freitag/Samstag und habt dann volle 14 Tage Zeit, gerade wenn es euer erster Welpe ist.
Macht dir klar, dass du möglicherweise die nächsten 3-6 Monate mit Einschränkungen rechnen darfst in den Bereich:
• Ausschlafen und Durchschlafen
• Längeres duschen ohne Gejammer
• Toilettengang ohne Zuschauer oder Gejammer
• Laufen/ Spazierengehen ohne auf den Boden zu sehen
• Normales spazieren gehen (ein Welpe zieht in alle Richtungen oder unangeleint schaust du in alle Richtungen)
• Freunde besuchen gehen….klärt vorab mit euren Freunden ob eine Pfütze in der Wohnung ein Problem ist
Nehmt euch am Abholtag bitte viel Zeit und fahrt zu zweit zum Abholen. Die spätere Bezugsperson, also derjenige, der am meisten mit dem Hund zu tun hat, ist derjenige der den Hund auf der Rückfahrt auf dem Schoß hat. Dies legt den ersten Grundstein für die Bindung. Achtung auch während der Fahrt kann ein Pippi auf eurem Schoß landen, also bitte Handy in die Jackentasche etc.

Die ersten Tage
Der Hund sollte gerade in den ersten Nächten Kontakt zum Hundeführer haben, sprich hier gibt es, meiner Meinung nach, zwei Möglichkeiten:

a) Der Hund kommt ins Bett
b) Der Hund kommt in die Box

Möglichkeit a) empfehle ich persönlich nur bei größeren Hunden, da auch der Schlaf für den Hundeführer wichtig ist. Solltest du dir gerade einen kleinen Hund angeschafft haben, wirst du nachts kein Auge zu machen, da du Angst hast den Hund zu erdrücken.

Möglichkeit b) geht für jeden Größe.  Ich lege euch aber wärmstens ans Herz den Hund in der Box so zu stellen, dass ihr gerade in den ersten paar Nächten auch mal die Hand ans Gitter legen könnt und der Welpe sich an das Gitter und somit an eure Hand drücken kann.

Den Hund in ein Körbchen oder in den Zwinger zu stecken halte ich persönlich für keine gute Idee, aber bestimmt finden sich auch einige Hundebesitzer die dies genau so praktiziert habe und gut finden.
Setzt dem Welpen von Tag 1 an klare Regeln. Wenn der Hund nicht aufs Sofa soll, weil er z.B. später zu groß dafür ist, dann bitte auch jetzt im Welpenalter darauf achten. Hunde verstehen nicht, warum sie sonntags mit ins Bett dürfen aber sonst nicht. Entweder ja oder nein - kein jein!

Bitte dringend darauf achten: nach dem spielen, schlafen, fressen ab nach draußen Pippi machen und bitte das Pippi feiern als wäre es die geschaffte Diplomarbeit. 

Falls mal was daneben geht: Abbruchkommando, wenn ihr dabei seid, wenn es läuft. Hund schnappen, Hinterbeinen anwinkeln und ab nach draußen auf die Wiese. Wenn du erst dazu kommst es zu sehen, wenn der Hund schon wieder am schnüffeln/ spielen ist, unterlass es den Hund zu mahnen/strafen. Die Verknüpfung zu dem Urin auf dem Boden ist eh nicht mehr gegeben und bitte NIEMALS die Schnauze vom Hund in seinen Urin drücken. Ich weiß nicht wer auf diesen sinnfreien Mist gekommen ist.

Die Erstaustattung
Bezüglich der Erstaustattung gibt es auch einen Glaubenskrieg:

Kurze Leine vs. Schleppi vs. Flexileine vs. keine Leine
Ich empfehle kurze Leine und Schleppi – Flexi nur, wenn du damit umgehen kannst! Sonst lernt der Hund allen möglichen Mist aber keine Leinenführigkeit.

Halsband vs. Geschirr
Empfehlung: beides. Geschirr da kann er freilaufen (z.B. wenn in der Nähe Straße sind oder anderes gefährliche, aber man dem Hund etwas Freiheit zum Erkunden geben möchte) Kurze Leine – zum Lernen der Leinenführung und für die ersten Kommandos, wenn der Hund sich sonst zu schnell ablenken lässt und das Weite sucht.

Trocken vs. Nassfutter
Hier sollte erst einmal das Futter vom Züchter weiter genommen werden. Ihr habt am Anfang genug Trubel, sodass man sich eventuellen Durchfall einfach sparen kann.

Korb vs. Box
Ich selbst habe eine Box benutzt bis mein Hund verstanden hat, sich auch so zur Ruhe zu legen. Jedoch war die Box bei mir im Zimmer, habe ich den Raum verlassen durfte der Hund raus und mir folgen. Natürlich nicht bei der Übung alleine bleiben, hier habe ich sie jedoch nicht in der Box gelassen sondern frei im Zimmer und habe die Zimmertür geschlossen.

Bitte - ganz wichtig bei allen Tipps die ihr als Welpenbesitzer erhaltet: Hört auf euer Bauchgefühl!! Wenn sich irgendetwas im ersten Moment für euch nicht gut anhört, dann lasst es. Viele Wege führen in der Hundeerziehung zum Ziel, je nach Rasse, Geschlecht, Vorprägung etc., aber ein zerstörtet Vertrauen zwischen Welpenbesitzer und Welpe wäre fatal und so was kann passieren wenn ihr etwas macht, dass ihr eigentlich nicht gut findet aber xy gesagt hat, so muss es laufen.

Bitte sucht euch auch früh eine Hundeschule, gerne schon vor der Anschaffung des Welpens. In der Welpenstunde sollten jede Art von Fragen erlaubt sein und beantwortet werden können. Sollte das nicht der Fall sein, sucht euch eine neue Hundeschule. Ob in der Welpenstunde gespielt wird oder nicht ist übrigens kein Indikator dafür, ob eine Hundeschule gut oder schlecht ist. Mehr im Beitrag Hundeschule gut oder schlecht

Admin - 09:43:57 | Kommentar hinzufügen

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