16.12.2025
Hundeschule gut oder schlecht
Wie findest du die richtige bzw. beste Hundeschule?
Vorab, ich persönlich denke, dass meine Hundeschule die Beste und einzige ist 😊 Nein natürlich nicht, ich bin der Meinung, dass es nicht nur eine „beste“ Hundeschule gibt. Jeder meiner Kollegen, hat seinen eigenen Stil und jede Person ist anders, jeder Hund natürlich auch. Aber ich möchte dir hier ein paar Entscheidungshilfen geben, mehr so einen kleinen roten Faden
Gruppengröße
Für die normale Gruppen die Alltagstraining oder Grundgehorsam machen, empfehle ich bei einem Trainier maximal 10 Mensch-Hund-Teams. Danach wird es unübersichtlich auch für den Trainer. Diese können die Augen nicht überall haben, sollten es aber. Bei dauerhaft mehr als 10 Mensch-Hund-Team empfehle ich einen weiteren Trainer.
Für Welpen würde ich von vorneherein bei 8 Team aufhören, wenn hier auch gespielt wird. Bei allen an der Leine gehen auch 10. Beim Spiel sollte auch darauf geachtet werden, das kleine Hunde etwas „Schutz“ benötigen könnten.
Sondergruppen wie zum Beispiel Mantrailing würde ich bei 1-1,5h maximal 4 Teilnehmer-Teams zulassen.
Trainingsplatz
Die hier erwähnten Empfehlungen zählen nur für feste Trainingsplätze. Jeder Hundetrainer der mobil Tätig ist, kann das eine oder andere gar nicht umsetzten, aber dennoch einen super Job machen. Wie gesagt es sind Empfehlungen aus meiner Sicht.
Trainingsplatz für Welpen
Dieser sollte auf jeden Fall eingezäunt sein, falls freigespielt wird. Der Zaun sollte im unteren Bereich gut gespannt sein, dass kein Welpe ausbüxen kann. Welcher Belag der Platz haben soll, ist eigentlich irrelevant. Hundeplätze, die auf Dauer angelegt sind, wurde durch das örtliche Veterinäramt abgenommen und haben somit die geforderte Verkehrsicherungspflicht für die Hunde. Die Welpen sollen die Möglichkeit bekommen auch mal mit Geräuschen konfrontiert zu werden. Hier eignen sich aufgehängte Glocken oder Flatterband oder ähnliche Konstruktionen. Auch eine schiefe Ebene oder ein Wackelboden ist top. Eine Sandmuschel mit Wasser (je nach Wetterlage) oder ein Bällebad.
Trainingsplatz für Erwachsenen Hunde oder Junghunde
Bei erwachsenen Hunden oder Junghunden, spielt es eigentlich weniger eine Rolle, was dauerhaft auf dem Platz zur Verfügung steht, es geht hier eher um den Inhalt des Trainings. Hunde müssen/sollten auf sämtliche Alltagssituationen vorbereitet werden. Da brauch man mal mehr oder weniger Requisiten. Diese können u.a. sein: Fahrrad, Tretroller, Krücken, Rollstuhl, Hut, Kleid, Fahrradklingel, Luftballon…. Die Liste ist fast endlos. Wichtig ist, dass sich euer Trainer Gedanken macht und nicht immer nur stupide sitz und Platz verlangt. Versteh mich nicht falsch, das machen meine Kunden auch in jedem Alltagskurs, da es enorm wichtig ist, aber ich ändere die Rahmenbedingungen. Mal habe ich eine Hut auf, mal einen Regenschirm dabei, mal jogge ich vorbei und halte an etc. Die Aufgabe vom Hund ist immer gleich. Ruhig warten und im Sitz/Platz verharren, bis das Auflösekommando kommt.
Spielkurse
Welpen
Viele sagen, Welpen müssen spielen in der Hundeschule. Hier muss ich klar sagen jaein. Ja es ist schön, wenn Welpen miteinander spielen im Kurs. Du gehst danach nach Hause und hast einen müden Hund. Aber hier kann viel schieflaufen. Beim Welpenspiel kommt es immer mal wieder vor, dass ein Hund von einem anderen gemobbt wird oder drangsaliert. Wenn der Hundetrainer das erkennt (leider können das nicht alle) und es stoppt, prima, falls nicht lerne dein Welpen: anderen Hunde sind doof. Das ist wahrscheinlich nicht der gewünschte Effekt, den du suchst. Auch muss man auf kleinere Hunde aufpassen. Ein Chihuahua in einer Gruppe mit einem Herdenschutzhund kann gut gehen, wenn der Hundetrainer das Ganze gut managen kann. Aber es kann auch im Chaos enden für den kleinen. Hier wäre zum Beispiel eine Lösungsmöglichkeit, dass der Chihuahua erstmal nur mit einem Hund zusammenspielen darf oder aber der Hundetrainer und der Besitzer in der Nähe bleiben von dem kleinen, um ggf. eingreifen zu können. Es gibt viele soziale Hunde. Ich selbst habe schon gesehen, wie ein Bearded Collie sich hinlegt, damit ein Dackel mit im Spielen kann, aber ich habe auch schon gesehen wie eine Bracke über einen Terrier gerannt ist.
Erwachsenen und Junghunde
Ich muss dir gleich sagen, ich persönlich halte nichts davon, da es zu viele Risiken aus der Sicht eines Hundetrainers birgt. Mit zwei Hunde gleichzeitig auf einem eingezäunten Gelände, wenn man beide Hunde und die Sozialisierung kennt, ja ok. Mehr Hunde, am besten noch von unbekannten Hundebesitzern, die nur kommen, um ihren Hund auszulasten und den Rest des Tages Ruhe vor ihm zu haben – bedenklich. Mehrer Hunde gleichzeitig, kann gut gehen, wenn diese Sozialisiert sind, aber es kann auch einfach eine Rudel- bzw. Rangordnungskampf geben. Ich persönlich lasse mein Hund mit keinen fremden Hunden spielen, sie hat ihre 4 Spielpartner, das reicht und diese kennt sie seit Welpenzeit. Es gibt bestimmt einige Hundetrainerkollegen, die die Spielgruppen Kompetent zusammenstellen und es funktioniert, aber bitte nehmt Abstand von Kollegen, die ihren Platz zur Verfügung stellen und egal wer wann kommt einfach Tür auf Hunde rein, Tür zu. Außer es ist euch egal anschließend ggf. einen Tierarzt aufsuchen zu müssen.
Trainerkollegen
Egal ob Welpen oder erwachsenen Hund, schau dir die Hundeschule an, bevor du einen Vertrag/ Abo machen musst. Eine Schnupperstunde (muss nicht kostenlos sein) sollte erlaubt sein, alles andere finde ich persönlich kritisch. Eine Schnupperstunde kann natürlich auch in Form einer Einzelstunde stattfinden, aber bitte kein Einzelstundenabo.
Hundetrainer, die der Meinung sind: so muss das funktionieren, das hat so schon immer funktioniert – sind in meinen Augen nicht seriös. Das beste Beispiel ist das Kommando „Sitz“ – kennt hoffentlich jeder. Entweder ich für z.B. ein Leckerli über die Nase nach hinten Richtung Rute oder ich hebe meine Hand mit dem Leckerli weit über meinen eigenen Kopf. Das Ergebnis ist das gleich, der Hund setzt sich hin, aber es sind 2 Wege. Lösungsweg 3 ich warte bis der Hund sich von allein hinsetzt und gebe ihm dann Kommando und Leckerli. Und genau so sollte jeder vernünftige Hundetrainer auch sein. Er sollte einen Lösung A und B vielleicht auch C anbieten können, egal für welches Problem. Erlaubt ist natürlich ein oje Plan A hat nicht funktioniert ich mach mir bis zum nächsten Treffen Gedanken über Plan B. Aber ein Plan A muss gehen… - ähm nein muss nicht.
Solltest du dich für einen Kollegen oder für mich entschieden habe und stehst in deiner 2 oder 3 Stunde auf dem Platz und denke: oje also irgendwie fühlt sich das nicht gut an. Dann bitte geht. Lasst das Geld, Geld sein und geht. Dein Hund wird spüren, dass etwas nicht stimmt, du unsicher bist oder nicht ganz bei der Sache und er wird nicht reagieren, wie er sollte bzw. wie du es dir wünscht. Der Hund denkt du bist „unecht“ du weißt nicht, was du willst und sagst sich, nein ich mach jetzt keinen Sitz du meinst das ja gar nicht so. Aber du bist nur unsicher, weil etwas mit dem Hundetrainer und dir nicht passt – sich nicht gut anfühlt.
Ich empfehle jedem Welpenbesitzer eine Hundeschule zu besuchen, man lernt auch selbst so viel nicht nur die Hunde. Man ist im Austausch mit Leidensgenossen und das hilft auch schon viel. Auch wenn du vielleicht eine Gruppe bevorzugen, möchtet in der gespielt wird, aber „nur“ einen Platz bei einem mobilen Trainer bekommt, dann nehmt diesen!
Admin - 09:57:37 | Kommentar hinzufügen
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